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Ems

 

Das Wort Ems ist indogermanischen Ursprungs und bedeutet soviel wie "Das große, fließende Wasser".  Wenn man diese Deutung auf die Ems von heute bezieht, könnte man leicht an einen Irrtum glauben.  Der Ur­strom, im Laufe der Geschichte sich immer wieder verändernd, ist mit der heutigen Ems nicht mehr zu vergleichen. Kilometerbreit war der Ems­lauf mit seinen toten Armen, die durch die Gewalt der Wasser­mas­sen bzw. durch Wanderdünen entstanden waren. Ein guter Beobachter der Natur kann heute noch an der Ems die alten Flußufer erkennen und auch in den Karten ist aus der Topographie das Urstromtal deutlich sichtbar.

Die Ems am Biener BuschDer griechische Geograph Strabo (66 v. Chr. bis 24. n. Chr.) macht uns erstmalig mit dem Namen des größten Flusses unserer Heimat bekannt. In seinem Werk "Geographikä" bezeichnet er diesen mit Amasia oder Amasias. Der Lateiner Pomponius Mela (um 44 n. Chr.) schreibt Amissis, während Amisis in der Naturgeschichte von Plinius (23 bis 79 n. Chr.) steht. Cornelius Tacitus, der römische Historiker, erwähnt um 100 n. Chr. die Ems unter dem Namen Amisia. Für die nächsten Jahrhunderte sind uns Überlieferungen über die Be­zeich­nung der Ems nicht gegeben. Erst zur Zeit Karls des Großen (768-814) tritt sie unter Emesa oder Emisa wie­der auf und von da bis auf den heutigen Tag sind uns die Bezeich­nungen Emese (1400), Embse, Embs, Emse (1600) und schließlich Ems bekannt.

Schon die Römer haben die Ems als Trans­port­weg benutzt. Der römische Feldherr Germanicus kam im Jahre 15 n. Chr. mit seiner Flotte von der Nordsee die Ems herauf, sehr wahrscheinlich bis nahe Rheine.

Der allmähliche Wegfall der riesigen Waldbestände des Emslandes hatte mit der Zeit eine Versandung der Ems zur Folge, was ent­schei­dend zur Verschlechterung des Fahrwassers beitrug. Aus wirt­schaft­lichen Gründen war man jedoch seit jeher bemüht, die Ems als Transportweg zu nutzen und zu erhalten.

Im 13.Jahrhundert wurde bei Landegge ein Emszoll erhoben. Dieses Recht der Landesfürsten soll schon von altersher bestanden haben.

Um 1300 wird die Ems als bedeutender Handelsweg bezeichnet. Diese Bedeutung wird aber wohl nur für den engeren Raum des Emsgebietes zu verstehen sein, denn Städte mit reger Handelstätigkeit lagen nur wenige am Emslauf, von denen nur Münster, Rheine und Lingen zu nennen sind.

Im Jahre 1322 gestattete Johann von Raesfeld den Städten Münster und Osnabrück freie Schiffahrt auf der Ems. Noch im Jahre 1483 wird die Ems als wichtigster Trans­portweg bezeichnet, doch verlor sie nach und nach immer mehr an Bedeutung.

Die Ursachen hierfür waren nicht nur in der Sperrung der Ems zur Einziehung von Zöllen beson­ders bei Emden, sondern vor allem in den vielen Untiefen und den ständigen Veränderungen im Flußlauf zu suchen. Hierdurch kam der Emshandel fast völlig zum Erliegen. Um den bestehenden Handelsweg zu erhalten und die Schiffahrt zu beleben, legte man schon 1580 bei Rheine ein Wehr an, doch konnte diese Maßnahme die Schiffahrt auch nicht entscheidend verbessern.

Für das Jahr 1597 sind uns kriegerische Handlungen auf der Ems überliefert. Truppen, Geschütze und sonstiges Kriegsmaterial wurde auf dem Wasserweg vor die Tore der Stadt Lingen gebracht, wonach es den Oraniern bald gelang, die Festung zu nehmen.

Um eine wesentliche Verbesserung des Emslaufes zu erreichen, beauftragte Ferdinand II. von Fürstenberg, Bischof von Münster (1678-1683), eine Kommission, Pläne zur Schiffbarmachung der Ems von Rheine bis zur Grenze von Ostfriesland aufzustellen. Zwei Jahre später, im Jahre 1685, berieten in Meppen die Anliegerstaaten über eine Schiffbarmachung von Emden bis Münster. Die Verwirklichung dieser Planungen scheiterte jedoch am Fehlen der nötigen Gelder. Ebenso verhielt es sich mit den Ausbaubestrebungen des Jahres 1737. Um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert zeigte die Ems immer noch folgendes Bild: Von der Küste bis zur ostfriesischen Grenze war die Ems auf Grund des Einflusses der Flut einigermaßen befahrbar, von dort bis Meppen trotz vieler Sandbänke notdürftig schiffbar und von Meppen über Lingen bis Rheine aber nur bei sehr guten Wasser­ständen benutzbar. Zur Verbesserung des Fahrwassers wurde 1815 zwischen Hannover und Preußen, ein Vertrag zur Schaffung von Entwürfen und 1820 die Schiffbarmachung selbst beschlossen. Bei den im selben Jahre beginnenden Kanalisierungsarbeiten wurde zur Umgehung der vielen Emsschleifen von Hanekenfähr bis Meppen ein Kanal geschaffen, der sog. Ems-Hase-Kanal.

In einer Höhe von 134 m über NN bei Hövelhof in der Senne ent­springend, ist die Ems 370 km lang. Die mitt­lere Breite beträgt
20 bis 40 m im Oberlauf, während sie im Mittellauf 20 bis 80 m mißt, ist sie im Unterlauf 40 bis 100 m. Im Mündungsgebiet ist die Ems 700 m breit.

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