125 Jahre Verein
 

Sie sind hier: Startseite > Verein > Jubiläum > Fischfanggeräte einst und jetzt

Fischfanggeräte einst und jetzt

 

In der Urkunde aus dem Jahre 1557 ist aufgeführt, welche Geräte in dieser Zeit für den Fischfang durch die Bürger der Stadt Lingen benutzt werden durften. Es waren Angel und Waden; auch Aalkorb, Fuke, Tüte, Belle, Stech­hamen, Stech­gabel und Schlingen sind aus dieser Zeit als Fang­geräte überliefert. Die Landes­herren dagegen ließen den Fischfang vor­wiegend mit Netzen betreiben.
Die Netze in der Art der heutigen Netze wurden meistens durch einen Seiler gefertigt. Das Material, aus denen sie ge­fertigt wurden, war Hanf, Flachs oder Baumwolle. Als Schwimmer wurden Flaschen ver­wandt. Um ein Senkrechtstehen der Netze zu erreichen, waren sie unten durch Senkbleie be­schwert. Wegen des unterschiedlichen Einsatzes kennt man Zug-, Sperr- und Stellnetze.
Waden waren Zugnetze, die von zwei Personen gezogen werden konnten. Wegen der vielen in der Ems lagernden Bäume konnten diese Netze aber nur selten zur Anwendung kommen.
Die Setzleine ist eine etwa 10 m lange Schnur, an dessen Ende meistens ein Doppelhaken ange­bracht ist. An diesem wird ein Kö­der­fisch angebracht. Je nach Tiefe des Gewässers wird dieser in ½ - 1 m unter der Wasser­ober­fläche gesetzt. Die Leine, die auf eine Zwille aufgewickelt wird, dient hauptsächlich zum Fang von Raubfischen.
Auch im Fischfang mit der Angel hat sich kein wesentlicher Wandel vollzogen. Von der Haselnußgerte mit Garn und Haken bis zur heutigen Schnellaufspule war es trotzdem ein weiter Weg.
Der Aalkorb, aus Weiden geflochten, gehört mit zu den ältesten Fischfanggeräten. In ihm wurden besonders Aal und Hecht gefangen.
Fuken, Fanggeräte aus Garnmaschen und Stellflügeln, sind eine Reusenart. Wegen der Empfindlichkeit des Garnes können dieselben nicht lange im Wasser liegen und müssen häufiger getrocknet werden.
Die Bunge, aus Weiden oder Drahtgeflecht, ist bedeutend haltbarer und kann darum auch längere Zeit im Wasser liegen.
Der Fischfang mit Stechgabeln oder ähnlichem Gerät wird bei uns heute nicht mehr ausgeübt. Darüber hinaus ist er außerdem verboten. Ebenfalls verboten ist das Schießen auf Fische.
Als weiteres Hilfsmittel für den Fischfang ist uns der Kescher bekannt; es ist ein über Bügel gespannter Netzsack.


Aus der Chronik: 75 Jahre FV Lingen (von Walter Tenfelde)

Powered by CMSimple_XH | Impressum | Datenschutz | Login